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Biosecurity Measures

Klinische Symptome von Nosemose frühzeitig erkennen

10 Oct 2025
Best practice

Nosemose wird durch zwei Mikrosporidien verursacht: Nosema apis und Nosema ceranae. Beide sind schwer voneinander zu unterscheiden; allerdings gedeiht N. apis eher bei kühleren Temperaturen, während N. ceranae wärmere Bedingungen bevorzugt. Die Krankheit tritt vor allem im Frühjahr und in geringerem Ausmaß auch im Herbst auf und verbreitet sich unter erwachsenen Bienen. In Österreich treten seit Jahren ausschließlich Infektionen mit Nosema ceranae auf. Symptome von Nosemose inkludieren sowohl bei der Wintersterblichkeit von Bienenvölkern als auch im Sommer in Form eines plötzlichen Bestandsrückgangs bzw. einer plötzlichen Sterblichkeit erwachsener Sommerbienen kurz vor der Honigernte.

Oft wird Ruhr (Bienendurchfall oder -dysenterie) als wichtigstes Symptom genannt. Wichtig ist jedoch: Nosemose verursacht an sich keine Bienenruhr. Allerdings erleichtert Ruhr die Verbreitung von Nosema-Sporen stark, sodass beide Phänomene häufig gemeinsam auftreten.

Tatsächlich ist es schwierig festzustellen, ob ein Volk an Nosemose leidet, da es keine eindeutigen visuellen Symptome gibt. Das einzige verlässlichere klinische Anzeichen ist ein ungünstiges Verhältnis von Bienen zu Brut: Es ist ausreichend gesunde Brut vorhanden, aber die erwachsene Bienenpopulation nimmt ab. Dies tritt typischerweise in Zeiten auf, in denen die Temperaturen gerade warm genug sind, damit Bienen ausfliegen könnten.

Die einzige sichere Diagnosemethode ist die mikroskopische Untersuchung oder PCR Analyse. Da es jedoch keine zugelassenen Medikamente gegen Nosemose gibt und eine gezielte Behandlung nicht möglich ist, ist diese Methode in der Praxis oft wenig sinnvoll. Stattdessen empfiehlt man allgemeine gute imkerliche Praktiken zur Stärkung der Bienenvölker (z. B. genügend Nahrung, Stressvermeidung, gute Überwinterungsbedingungen).

Die meisten Völker überleben Nosemose in der Regel. Stirbt ein Volk daran, liegt das meist an einer Kombination mit anderen Stressoren oder Krankheiten.

Diagnose

Der Nachweis von Nosema ist grundsätzlich das ganze Jahr über möglich, etwa durch die Untersuchung von Bienen aus dem Totenfall. Als einfache, aber unsichere Feldmethode kann eine sogenannte „Darmprobe“ durchgeführt werden: Dabei wird der Darm der Biene aus dem Hinterleib herausgezogen. Bei gesunden Tieren zeigt der Mitteldarm eine hellbraune Färbung, während er bei starkem Nosema-Befall milchig-weiß erscheint – ein Hinweis auf zerstörtes Darmgewebe.

Im Labor lässt sich Nosema mittels Lichtmikroskopie durch den Nachweis von Sporen nachweisen. Eine sichere Unterscheidung zwischen Nosema apis und Nosema ceranae ist auf diesem Weg allerdings nicht möglich, lediglich das Vorliegen einer Nosema-Infektion kann bestätigt werden. Für eine Artbestimmung ist eine molekularbiologische Analyse per PCR erforderlich. Diese wird nur auf ausdrücklichen Wunsch und nach Kostenübernahme durch die einsendende Person an die AGES durchgeführt.

© Matteo Giusti

Weitere Informationen zu Nosemose gibt es auf der Webseite der AGES.

Bienen Ruhr erkennbar durch Kotspritzern im Volk.
© Matteo Giusti
Kotspritzer am Flugloch. Autor: Marco Ruffelli
© Marek Ratvaj

Tools and Supplies

  • Schulungsunterlagen oder Teilnahme an Weiterbildung
  • Stockkarte oder Dokumentationshilfe zur Beobachtung
  • Lupe oder Lesebrille zur genaueren Sichtkontrolle (anteilig)

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