Wachsmottenbekämpfung und wachsmottenfreie Zargenlagerung

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Wachsmottenbekämpfung und wachsmottenfreie Zargenlagerung


Praxis aus dem Themenbereich: Gute imkerliche Praxis/Wabenumtrieb

Stockmeißel
optional: Gaskartuschenbrenner (z.B. Bunsenbrenner oder Unkrautvernichter)
Durchsichtige Plastikboxen (dicht verschließbar)
Müllsäcke

Die Bienenkokons, die in den alten Brutwaben zurückbleiben, sind eine Delikatesse für die Wachsmotte. Dabei werden nicht nur lebende Bienenvölker befallen, sondern auch die Wachswabenvorräte des Imkers/der Imkerin. Sie gelten daher als Feld- und Vorratsschädlinge. Sie schädigen das Bienenvolk, indem sie sich durch den Bienenstock mit seinen Waben, der Brut und sogar durch das Holz bohren. Durch die Verringerung der Wabenmasse kann ein Befall mit Wachsmotten zu Kahlbrut und Gallerose führen. Die Motten können auch als Überträger von Krankheitserregern fungieren. Generell kann davon ausgegangen werden, dass ein Befall mit Wachsmotten dann schwerwiegend ist, wenn das Bienenvolk bereits von vornherein geschwächt war. Im Grunde handelt es sich um zwei verschiedene Arten: die kleine Wachsmotte (Achroia grisella) und die große Wachsmotte (Galleria mellonella, siehe Foto). Die Schäden durch die kleine Wachsmotte beschränken sich meist auf die Gänge im Wachs, die große Wachsmotte hingegen ist diejenige, die großflächig zerstört. Deshalb ist es wichtig, Waben richtig zu lagern. Hat man die Waben jedoch erst einmal eingeschmolzen und die erste Reinigung durchgeführt, braucht man keine Angst vor der Wachsmotte zu haben.

© Kamiar Torabi
© Kristina Gratzer
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Präventive Maßnahmen

Am Wichtigsten ist es, die Ausbreitung durch regelmäßiges Wachsmottenmonitoring zu vermeiden. In starken Völkern kontrollieren die Bienen die Wachsmotte normalerweise selbst in ausreichendem Maße. Die Wachsmotten selbst sind im Frühjahr und Sommer aktiv. Das ist also die Zeit, in der sie sich in neue Bienenstöcke schleichen können, um die Eier ihrer Nachkommenschaft abzulegen.

Achten Sie daher bei den Kontrollen auf Anzeichen dieses Parasiten (Larven, Puppen, Gespinste, Bohrlöcher in Wachs und Holz). Auch Fremdkot (kleine schwarze zylindrische Punkte) auf der Varroawindel oder am Boden ist ein gutes Indiz für die Anwesenheit der Wachsmotte

Reinigen Sie außerdem regelmäßig das Bodenbrett und achten Sie auf ausreichende Wabenhygiene: Tauschen Sie mindestens 30% der Brutwaben pro Jahr aus (Sie können diesen Anteil auf 50% erhöhen) und geben Sie Ihrem Volk nicht mehr Platz, als es braucht.

Lagern Sie ausgebaute Rähmchen an einem kühlen und hellem Ort – wenn möglich in gut verschlossenen Behältern. Dies kann z. B. dadurch geschehen, dass man sie im Freien, unter einem Schutzdach oder in einem Schuppen in einem Regal oder hängend mit genügend Abstand zwischen den Waben (~3 cm) aufstellt, um eine Luftzirkulation zu ermöglichen. Eine andere Möglichkeit ist, die Waben in einer Gefriertruhe oder in einem Kühllager zu lagern. Wenn keine Kühl-Infrastruktur vorhanden ist, kann man die Waben vor der Lagerung temporär einfrieren.

Da Wachsmotten die Kokons als Nahrung brauchen, ist es ratsam die bebrüteten Waben getrennt von den unbebrüteten Waben aufzubewahren.

Alte Waben, die nicht mehr im Bienenvolk verwendet werden, sollten rasch eingeschmolzen werden. Damit wird den Motten keine Brutstätte geboten.

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Mechanische Entfernung

Entfernen Sie Wachsmottenlarven und -kokons mechanisch, indem Sie befallene Waben sorgfältig aus dem Bienenstock entfernen und die Larven von den Waben abkratzen oder abschütteln. Weiters bewährt sich das Abflammen von Deckeln, Böden oder Zargen aus Holz.

© Kristina Gratzer
© Kristina Gratzer
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Regelmäßige Inspektion und Reinigung

Führen Sie regelmäßige Inspektionen der Bienenstöcke und Lagerorte durch, um frühzeitig Anzeichen von Wachsmottenbefall zu erkennen und entsprechend zu handeln. Entfernen Sie regelmäßig alte Waben und reinigen Sie die Lagerorte gründlich, um die Ansiedlung von Wachsmotten zu verhindern.

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Chemische Entfernung

Chemische Mittel sollten nur mit Bedacht eingesetzt werden.

Essigsäure, 60%: Sie wirkt gegen die Eier und Falter, aber nicht gegen die Larven. Die Essigsäure wird z.B. über ein Schwammtuch verdunstet. Das Tuch legt man zwischen die Zargen oder auf den Wabenturm. Pro Zarge braucht man etwa 30-40 Milliliter.

Schwefel (Räucherstreifen oder Flüssigschwefel): Sie wirkt gegen die Falter und Larven. Die Schwefelstreifen werden in einer speziellen Dose in einer Leerzarge über dem Wabenturm abgebrannt. Pro Zarge wird etwa ein Viertelstreifen verwendet. Wichtig: Schwefel niemals ungeschützt abbrennen lassen und stets beaufsichtigen, da Waben und Zargen leicht entzündlich sind. Da die Motteneier die Schwefel-Begasung überleben, sollte die Behandlung nach drei und sechs Wochen wiederholt werden.

Bacillus thuringiensis, B 401: Wirkt gegen die Larven. Ein biologisches Insektizid. Nachteil: Jede einzelne Wabe muss eingesprüht werden und muss trocknen, da sonst Schimmel droht.

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